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Einstellungen von Studierenden der Medizin, Zahnmedizin und Veterinärmedizin zu künstlicher Intelligenz
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2026
Jahr
Abstract
Hintergrund: Mit der zunehmenden Integration von künstlicher Intelligenz (KI) in die klinische Praxis gewinnt der Erwerb von KI-Kompetenzen für zukünftige Ärzt:innen an Bedeutung. Bestehende Literatur über die Einstellungen von Studierenden zu KI erfasst nicht den aktuellen Stand der KI-Lehre und ist geografisch begrenzt. Ziel: Primäres Ziel dieser internationalen, multizentrischen Querschnittsstudie ist es, die technologischen Kompetenzen, das KI-Wissen, den aktuellen Stand der KI-Integration in medizinischen Curricula sowie die Perspektiven von Human-, Zahn- und Veterinärmedizinstudierenden hinsichtlich der Rolle von KI in ihrem zukünftigen Beruf zu erfassen. Sekundär werden die Einstellungen anhand geografischer und soziodemografischer Variablen verglichen. Methoden: Eine zweisprachige Online-Umfrage wurde zwischen April und Oktober 2023 über Partnerinstitutionen des COMFORT-Konsortiums an Studierende der Human-, Zahn- und Veterinärmedizin verteilt. Die Entwicklung des Fragebogens beinhaltete eine Evidenzsynthese, Paneldiskussion, Fokusgruppen- und kognitive Interviews und eine Pilotstudie. Der endgültige Fragebogen umfasste 15 Items zu den primären Forschungszielen, acht Fragen zur Kohortenstratifizierung und ein Freitextfeld. Subgruppenvergleiche wurden mittels Mann-Whitney-U-Test, Kruskal-Wallis-Test und Dunn-Bonferroni-Post-hoc-Test durchgeführt. Für die qualitativen Daten aus den Freitextkommentaren wurden analytische Themenbereiche entwickelt und eine Sentimentanalyse durchgeführt. Ergebnisse: Insgesamt wurden 4596 Studierende aus 192 Fakultäten in 48 Ländern eingeschlossen, von denen 93,8 % Humanmedizin studierten. Die Teilnehmenden waren im Median 22 Jahre alt und zu 56,6 % weiblich. Das Wissen über KI wurde mehrheitlich als gering eingeschätzt (75,3 %), während 76,3 % angaben, keine curricularen Veranstaltungen zu KI erhalten zu haben und 76,1 % sich mehr KI-Lehre wünschten. Eine überwiegend positive Einstellung zum generellen Einsatz von KI in der Medizin zeigte sich bei 67,6 % der Teilnehmenden. Andererseits wurden auch rechtliche und ethische Bedenken (69,4 %) sowie Unsicherheiten hinsichtlich der Vorbereitung auf den Einsatz von KI im späteren Berufsalltag (57,9 %) geäußert. Regionale Unterschiede zeigten unter anderem, dass Studierende aus Asien häufiger KI-Kurse besucht hatten und sich besser vorbereitet fühlten als Studierende aus Europa und Südamerika. Die Freifeldkommentare zeigten ein überwiegend positives Sediment und betonten sowohl Innovationspotenziale als auch Risiken und ethische Herausforderungen. Schlussfolgerung: Diese Studie unterstreicht den dringenden Bedarf für eine Integration von KI-Inhalten in die medizinischen Lehrpläne auf internationaler Ebene, um Studierende bestmöglich auf den Einsatz von KI in der medizinischen Praxis vorzubereiten. Die Ergebnisse bieten eine Grundlage für gezielte regionale und internationale Strategien zur Integration von KI in die medizinische Ausbildung.
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